Dienstag, 30. Juni 2015

Memmingerberg: Landkreis beteiligt sich an Entwicklung des Flughafen-Areals

Memmingerberg: Landkreis beteiligt sich an Entwicklung des Flughafen-Areals
Archivfoto
Der Landkreis Unterallgäu beteiligt sich an einer Grundbesitzgesellschaft, die Flächen auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes Memmingerberg entwickeln und vermarkten soll. Dafür hat sich der Kreistag jetzt mehrheitlich ausgesprochen. Der Landkreis stellt 2,45 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dieser Entscheidung leiste der Kreis „einen wertvollen Beitrag“ zu einer positiven Gesamtentwicklung des Areals, sagte Landrat Hans-Joachim Weirather. Das Engagement des Landkreises sei sauber vom Flugbetrieb abgegrenzt, betonte Weirather. Regierungspräsident Karl Michael Scheufele habe das Vorhaben begrüßt und festgesellt, dass für die Regierung von Schwaben keine kommunalaufsichtlichen Bedenken gegen die Pläne bestehen. Die Beteiligung des Landkreises ist dem Landrat zufolge „das richtige Zeichen zur richtigen Zeit“. Sowohl für die anderen Allgäuer Landkreise und Städte, die sich ebenfalls an der Gesellschaft beteiligen sollen als auch für den Freistaat Bayern. 
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Letzterer knüpfe eine weitere finanzielle Unterstützung des Flughafens an ein Engagement der Gebietskörperschaften und habe „eine substantielle finanzielle Beteiligung des Freistaats in Aussicht gestellt“. Um das Konversionsgelände weiter zu entwickeln und zusätzlich Gewerbe anzusiedeln, sollen die Eigentumsverhältnisse neu geordnet werden. Der ehemalige Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser, der für den Allgäu Airport als Koordinator tätig ist, hat hierzu ein Konzept erarbeitet. Demnach soll die Allgäu Airport GmbH & Co. KG, die derzeit 207 Hektar Flächen besitzt, aber nur einen Teil für den Flugbetrieb nutzt, neu aufgestellt werden. Als Nebeneffekt soll der Allgäu Airport durch die Veräußerung von Flächen Kapital erhalten. Geplant sind drei Teilgesellschaften. Eine Gesellschaft soll sich um den Flugbetrieb kümmern. Eine weitere soll die Fläche und Infrastruktur für den Flugbetrieb zur Verfügung stellen. Die dritte Gesellschaft, die Besitzgesellschaft, soll die Liegenschaften außerhalb des Flugbetriebs einer wirtschaftlichen Nutzung zuführen. Dabei handelt es sich um insgesamt 28 Hektar - zehn Hektar nördlich und 18 Hektar südlich des Flughafens. Vorgesehen ist, dass sich die Städte und Landkreise mit insgesamt 8,2 Millionen Euro beteiligen. 
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Den kommunalen Investitionen stünden reelle Werte gegenüber, so Weirather. Darüber hinaus sieht das Konzept vor, dass das Unterallgäu zusammen mit der Stadt Memmingen für eine Million Euro eine Erschließungsstraße erwirbt. Für den Landkreis fallen hierfür Kosten in Höhe von 650.000 Euro an. Für den Grunderwerb sind es 1,8 Millionen Euro, so dass sich insgesamt eine Summe von 2,45 Millionen Euro ergibt. Um den Anteil des Landkreises zu mindern, wird laut Weirather zum Beispiel eine Einbindung der Landkreiswohnungsbau GmbH angestrebt. Der Kreis hat sich nach den Worten des Landrats bereits in den vergangenen Jahren für eine Erschließung des Konversionsgeländes engagiert. So erinnerte er an den Bau der Entlastungsstraße in Memmingerberg. Damit wurden die Gewerbegebiete und der Allgäu Airport an die Autobahn angeschlossen. Knapp fünf Millionen Euro seien unter finanzieller Beteiligung des Freistaats Bayern und der Gemeinde Memmingerberg investiert worden, so Weirather. Für den Flughafen hätten 70 Gesellschafter aus dem Allgäu mehr als 20 Millionen Euro aufgebracht. „Inzwischen sind auf dem Gelände des Allgäu Airports insgesamt 1200 Arbeitsplätze entstanden.“ (LRA Unterallgäu)

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