Mittwoch, 5. August 2015

Memmingen: „Enkeltrick“ – Kriminalpolizei nimmt Täter in Memmingen fest

Symbolfoto
Der Kriminalpolizei Memmingen gelang nun, nicht zuletzt auch aufgrund der guten Reaktion einer 57-jährigen Frau, die Festnahme eines „Enkeltrick-Betrügers“. So erhielt die 57-jährige Memmingerin am vergangenen Donnerstag mehrere Anrufe einer angeblichen Enkelin. Diese gab vor, dringend Geld für einen überraschend günstigen Immobilienkauf zu benötigen. Da sie bereits von der Betrugsmasche „Enkeltrick“ gehört hatte, reagierte sie schnell, ging auf die Anruferin ein, informierte aber auch zeitnah die Polizei. In der Folgezeit erhielt sie dann einen Anruf von einem unbekannten Mann, der sich als Rechtsanwalt ausgab und behauptete, sich um die ordnungsgemäße Abwicklung des besagten Immobilienverkaufs zu kümmern. Letztendlich wurde die Übergabe eines Geldbetrages in Höhe von 18.000 Euro sowie weitere Rücksprachen für den folgenden Tag vereinbart. 
Anzeige
Am vergangenen Freitag, 31. Juli 2015, wurde die 57-Jährige dann erneut angerufen und ihr mitgeteilt, dass zeitnah eine Person zur Abholung des Geldes vorbeikommen würde. Als es dann tatsächlich so weit war und ein Mann zur Abholung des Geldes vor Ort erschien, griff die Polizei zu und nahm diesen fest noch bevor ein finanzieller Schaden entstand. Beim festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich um einen erst 18-jährigen polnischen Staatsangehörigen, der dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Memmingen vorgeführt wurde. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Gegen die weiteren Täter, die im Hintergrund agierten und nicht vor Ort erschienen, wird aktuell gefahndet. Für die weiteren Ermittlungen interessiert die Memminger Ermittler nun insbesondere, ob in den vergangenen Tagen oder Wochen in der Region auch andere Personen Anrufe erhielten und mit der dargestellten oder einer ähnlichen Masche Geld gefordert wurde. Entsprechende Hinweise werden unter Rufnummer (08331) 100-0 erbeten.
Anzeige
Aufklärung verhindert diese Betrugsmasche
Die Memmingerin fiel auf die Betrüger nicht herein, weil sie bereits über den sogenannten Enkeltrick informiert war. Die Polizei setzt weiterhin auf Prävention und Aufklärung und bittet auch Verwandte und gute Bekannte älterer Menschen, sie persönlich auf diese Betrugsmasche aufmerksam zu machen. Außerdem:
Seien Sie misstrauisch wenn Verwandte oder Bekannte am Telefon Geldforderungen stellen.
Geben Sie keine Details zu ihren familiären und finanziellen Verhältnissen heraus.
Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen; beenden Sie das Gespräch in dem Fall.
Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen, zum Beispiel nach dem Namen seiner Mutter, und bestehen Sie auf die Beantwortung.
Halten Sie unbedingt zeitnah Rücksprache mit anderen Familienangehörigen.
Melden Sie derartige Anrufe sofort der Polizei. Scheuen Sie nicht davor die Notrufnummer 110 zu wählen.
Übergeben oder überweisen Sie keinesfalls Geld an Fremde.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen