Freitag, 1. Januar 2016

30% mehr Notrufe als im letzten Jahr - Brände und Alkohol beschäftigten die Polizei in der Silvesternacht

30% mehr Notrufe als im letzten Jahr - Brände und Alkohol beschäftigten die Polizei in der Silvesternacht
Symbolfoto
Die vergangene Nacht verlief aus Sicht des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zwar einsatzreich, jedoch immer noch im Rahmen einer üblichen Silvesternacht. Im Gegensatz zum Vorjahr, kam es heuer zu Personenschaden wegen unsachgemäßen Gebrauchs von Pyrotechnik.

Über 30 Prozent mehr Notrufe verzeichnet
Das Einsatzgeschehen lag in der Nacht des Jahreswechsels nahezu auf einem doppelt so hohen Niveau wie in einer üblichen Nacht, weshalb die Polizei auch mit einem verstärkten Personalansatz im Einsatz war. So verzeichnete die Einsatzzentrale des Präsidiums Schwaben Süd/West in Kempten – welche die Notrufe aus allen Landkreisen im Zuständigkeitsbereich entgegen nimmt – im Zeitraum von 19 bis 6 Uhr über 280 Notrufe, aus denen fast immer polizeiliche Einsätze resultierten. Demnach nahm das Notrufaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um über 30 Prozent zu. Hierin nicht eingeschlossen sind die vielen Anrufe, die nicht über Notruf, sondern direkt bei den örtlichen Dienststellen aufliefen und teilweise ebenfalls zu Einsätzen führten.
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Hilflose Personen und betrunkene Autofahrer
Wie jedes Jahr kam es auch heuer zu einer Vielzahl von Einsätzen wegen Streitigkeiten im privaten und öffentlichen Bereich, die oftmals in körperlichen Auseinandersetzungen endeten. Auch Sachbeschädigungen und Ruhestörungen wurden erhöht verzeichnet. 13 hilflose Personen musste geholfen werden, da sie wegen der starken Alkoholisierung nicht mehr orientiert waren. In Immenstadt (Lkr. Oberallgäu) versuchte ein 22-Jähriger zu Fuß zurück in seine Wohnung in München zu laufen, da er sich mit seinen Freunden zerstritten hatte. Von der Polizei musste er gesucht werden und wurde mit über einem Promille auf einem Feldweg gefunden. Nicht selten führten derartige Einsätze auch zum Einsatz des Rettungsdienstes. Alkohol und Drogen spielten auch in der Silvesternacht eine Rolle bei den Autofahrern. Bereits gegen 22.40 Uhr wurde in Kaufbeuren eine 37-jährige Autofahrerin kontrolliert, die einen Promillewert von rund 2,2 Promille aufwies. Mit diesem Wert blieb sie auch negative Spitzenreiterin von insgesamt acht Fahrzeugführern, die mit Alkohol- oder unter Drogeneinfluss am Steuer saßen. In Buch (Lkr. Neu-Ulm) kam es dabei sogar zu einem Verkehrsunfall. Der Verursacher entfernte sich von der Unfallstelle, konnte aber ermittelt werden. Alle mussten an Ort und Stelle ihre Fahrzeuge stehen lassen. In sechs Fällen wurde der Führerschein sichergestellt.
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Brände und Sachbeschädigungen
In den Städten Kaufbeuren und Füssen kam es zu zwei großen Bränden in einer Tiefgarage und einem Gewerbebetrieb. Ob diese in Zusammenhang mit Silvester stehen ist unklar. Sicher mit Silvester in Zusammenhang kann ein Garagenbrand in Offingen (Lkr. Günzburg) gebracht werden, der durch eine Silvesterrakete verursacht wurde. Ein Auto brannte dadurch völlig aus. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Drei Leichtverletzte sind die Bilanz eines Balkonbrandes, der von den Bewohnern eines Reihenhauses in Waltenhofen (Lkr. Oberallgäu) bemerkt wurde. Als ursächlich wird momentan auch in diesem Fall eine Silvesterrakete gesehen. Insgesamt entstand bei diesen drei Vorfällen Brandschaden von mehreren hunderttausend Euro. Neben weiteren kleineren Brandfällen, die teilweise auch von selbst gelöscht werden konnten, beschäftigten Brände von Mülleimern und Wertstoffcontainern Feuerwehr und Polizei. Beispielsweise wurde kurz nach 1 Uhr in Senden ein brennender Altkleidercontainer festgestellt, der selbst durch Löschversuche zweier Passanten nicht gelöscht werden konnte. Zum Ablöschen musste er durch die Einsatzkräfte gewaltsam geöffnet werden. Die Sendener Polizei geht von einem Böller als Brandursache aus und beziffert den Schaden auf rund 3.000 Euro. Insgesamt wurden der Polizei bislang zehn Brandfälle bekannt, was exakt dem Wert des Vorjahres entspricht. Erfreulicherweise wurden über diese Brandfälle hinaus, bislang keine Sachbeschädigungen bekannt. Erfahrungsgemäß werden diese aber zeitlich verzögert bemerkt und erst im Laufe der nächsten Tage zur Anzeige gebracht werden.
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Körperverletzungen und Alkohol
Völlig identisch mit dem Vorjahreswert ist die Zahl der registrierten Körperverletzungsdelikte im privaten und öffentlichen Raum. 25 Taten wurden diesbezüglich angezeigt, die alle mit Alkoholeinfluss in Verbindung standen. Schwere Verletzungen zog sich dabei jedoch niemand zu. Allerdings machten die Aggressionen nicht einmal vor Krankenhauspersonal und Polizeibeamte halt. In Immenstadt (Lkr. Oberallgäu) rief die Intensivstation die Polizei zu Hilfe, weil ein 22-Jähriger dort randalierte. Da er sich aufgrund der über 2,5 Promille nicht beruhigen ließ, musste er in Polizeigewahrsam genommen werden. Auch Alkohol lag einer Handlung zu Grunde, die einem 31-Jährigen mehrere Strafanzeigen einhandelte. Er wurde gegen 3.30 aus einer Neu-Ulmer Diskothek verwiesen, nachdem er dort unangenehm aufgefallen war. Er zielte daraufhin mit einer echt aussehenden Pistole auf mehrere Personen im Diskothekenvorraum, bevor er wegrannte. Die sofort eingeleitete Fahndung nach dem Mann war erfolgreich. In seinem Pkw wurden zwei Schreckschusspistolen gefunden, die nach jetzigem Kenntnisstand auch die Tatwaffen der Bedrohungshandlung waren.
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Verletzungen durch unsachgemäße Handhabung von Pyrotechnik
Im Gegensatz zum Vorjahr, führte die unsachgemäße Handhabung von Feuerwerkskörpern heuer zu Personenschänden. In einem Fall in Wiggensbach (Lkr. Oberallgäu) sogar zu erheblichen Brandverletzungen am Rücken, weil ein 25-Jähriger eine Rakete aus der Hand starten lassen wollte. Sie fiel nach unten und verfing sich dann in seiner Oberbekleidung. Ein achtjähriges Kind wurde in Krumbach (Lkr. Günzburg) kurz vor Mitternacht leicht verletzt, weil sich in dem Schuh des Mädchens ein Böller verfangen hatte. Nach momentanem Kenntnisstand wurde dieser von einer noch unbekannten Person an das Kind geworfen. Auch leicht verletzt wurde ein elfjähriger Junge kurz nach Mitternacht in Wasserburg (Lkr. Lindau), weil er von einer Rakete am Oberschenkel getroffen wurde. Diese war nach derzeitigem Kenntnisstand einem 17-Jährigen aus der Hand gefallen, der sie unsachgemäß gezündet hatte. Hierzu sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Der 17-jährige und sein gleichaltriger Freund hatten einen Alkoholwert von über 1,2 bzw. 1,8 Promille.

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